Athanasius Werke | Arbeitsstelle Erlangen

Dok. 36

Dok. 36: Brief des Eusebius von Nikomedien und des Theognis von Nicaea an eine Synode (Urk. 31)

1 Als bereits Verurteilte vor dem Gericht eurer Frömmigkeit mußten wir bei dem Urteil eurer heiligen Entscheidung Ruhe bewahren. Da es aber unangemessen ist, durch Schweigen gegen sich selbst den Verleumdern einen Beweis in die Hände zu spielen, deswegen geben wir bekannt, daß wir mit dem Glauben übereingestimmt und nach einer Prüfung des Sinnes von »wesenseins« ganz und gar den Frieden unterstützt haben; wir sind nämlich keineswegs Anhänger der Häresie gewesen.

2 Nachdem wir zur Sicherheit der Kirchen noch einmal dargelegt haben, wie unsere Gedankengänge verlaufen, und die überzeugt haben, die von uns überzeugt werden mußten, haben wir dem Glauben zugestimmt, die Verurteilung haben wir aber nicht unterschrieben, nicht als ob wir damit den Glauben tadelten, sondern da wir nicht der Ansicht sind, derartiges gelte für den Angeklagten, von dem überzeugt, was er selbst uns mit Briefen oder in persönlichen Gesprächen vorbrachte, daß derartiges nicht auf ihn zutreffe.

3 Wenn aber eure heilige Synode davon überzeugt war, werden wir uns nicht widersetzen, sondern unterstützen die Entscheidungen von euch und geben durch dieses Schreiben unsere Zustimmung bekannt, nicht als ob wir schwer an der Verbannung tragen, sondern weil wir den Verdacht der Häresie abschütteln wollen.

4 Denn wenn ihr euch jetzt persönlich dazu entschließt, uns wieder aufzunehmen, werdet ihr welche gewinnen, die euch in allem unterstützen und sich euren Entschlüssen anschließen, insbesondere da es eurer Frömmigkeit gefiel, dem in diesen Angelegenheiten Beschuldigten mit Freundlichkeit zu begegnen und ihn zurückzurufen. Es ist aber unangemessen, daß wir, wenn der, der schuldig zu sein schien, zurückgerufen worden ist und sich gerechtfertigt hat in den Dingen, derer er beschuldigt wurde, im Schweigen verharren und so Beweise gegen uns selbst liefern.

5 Entschließt euch also, wie es eurer christusliebenden Frömmigkeit entspricht, den gottgeliebtesten Kaiser zu erinnern, unsere Bitten auszuhändigen und baldigst einen Entschluß über uns zu fassen, der euch gefällt.

Zuletzt geändert: 2015-04-07 Di 18:07 von annette.von.stockhausen@fau.de

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