Athanasius Werke | Arbeitsstelle Erlangen

Dok. 29

Dok. 29: Brief des Kaisers Konstantin an die Kirche von Alexandria (Urk. 25)

Konstantin Augustus an die katholische Kirche der Alexandriner!

1 Seid gegrüßt, geliebte Brüder! Wir haben von der göttlichen Vorsehung vollkommene Gnadengaben empfangen, damit wir jeden Irrtum von uns fernhalten und ein und denselben Glauben anerkennen.

2 Schließlich vermag der Teufel nichts gegen uns auszurichten. Jede Bosheit, die er gegen uns auszuhecken versuchte, wurde mit Stumpf und Stiel ausgerotten. Der Glanz der Wahrheit besiegte auf den Befehl Gottes hin die Zwietracht, die Schismen, jene Tumulte und das, um es so auszudrücken, tödliche Gift der Uneinigkeit. Wir alle verehren also einen Gott dem Namen nach und glauben, daß er einer ist.

3 Um dies aber zu erreichen, habe ich auf Grund der Ermahnung Gottes sehr viele Bischöfe in die Stadt Nicaea zusammengerufen, mit denen ich selbst, der ich mich übermäßig freue, gleichsam einer von euch, eurer Mitdiener zu sein, die Untersuchung der Wahrheit auf mich nahm.

4 Alles was Zweifel oder Anlaß für Streit zu erzeugen schienen, wurde genau untersucht und widerlegt. Und die göttliche Majestät möge darüber hinwegsehen, wie große und fürchterliche Blasphemien einige über unseren Erlöser, über unsere Hoffnung und unser Leben vorbrachten und sogar zugaben und bekannten, im Widerspruch zu den göttlichen Schriften und dem heiligen Glauben zu glauben.

5 Während also über dreihundert Bischöfe, bewundert für ihre Besonnenheit und Urteilsfähigkeit, ein und denselben Glauben bekräftigten, der auch in Wahrheit ein Glaube genau nach göttlichem Gesetz ist, wurde deutlich, daß allein Arius von der teuflischen Kraft überwältigt worden war und dieses Übel zuerst bei euch, dann aber auch bei anderen mit gottlosen Hintergedanken verbreitet hatte.

6 Laßt uns also die Erkenntnis annehmen, die der Allmächtige gewährt hat. Laßt uns zu unseren geliebten Brüdern zurückkehren, die ein unverschämter Diener des Teufels von uns weggelockt hat. Laßt uns mit vollem Einsatz zum gemeinsamen Leib und unseren echten Gliedern hineilen.

7 Dies ist angemessen für euren Scharfsinn, für euren Glauben und für eure Frömmigkeit, daß ihr zur göttlichen Gnade zurückkehrt, nachdem jener, von dem feststeht, daß er ein Feind der Wahrheit ist, seines Irrtums überführt worden ist.

8 Denn was den dreihundert Bischöfen zugleich gefallen hat, das ist nichts anderes als der Wille Gottes, besonders da doch wohl der heilige Geist hinter den Ansichten dieser so bedeutenden Männer steht und den göttlichen Willen aufleuchten läßt.

9 Daher soll niemand Zweifel hegen, niemand soll darüber hinweggehen, sondern kehrt alle entschlossen auf den Weg der Wahrheit zurück, damit ich, wenn ich schon bald zu euch komme, zusammen mit euch den geschuldeten Dank dem allmächtigen Gott bekennen kann, weil er den reinen Glauben gezeigt und uns die ersehnte Liebe zurückgegeben hat.

Und mit anderer Hand: Gott möge euch bewahren, geliebte Brüder!

Zuletzt geändert: 2015-04-07 Di 18:07 von annette.von.stockhausen@fau.de

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