Athanasius Werke | Arbeitsstelle Erlangen

Die Fritz Thyssen Stiftung fördert die abschließenden Arbeiten an Dokumenten zum arianischen Streit

Die Fritz Thyssen Stiftung fördert die Arbeiten an der 6. Lieferung der »Dokumente zur Geschichte des arianischen Streites«

Für zunächst zwei Jahre gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung haben die Arbeiten an der abschließenden und letzten Lieferung der »Dokumente zur Geschichte des arianischen Streites« begonnen.

Die Lieferung umfaßt die Dokumente von der Synode von Konstantinopel 381 bis zum Symbolum Quicumque (wohl vom Ende des 6. oder Anfang des 7. Jahrhunderts)

Das durch die Fritz Thyssen Stiftung geförderte Projekt dokumentiert somit

a) den im Umfeld des 2. ökumenischen Konzils von Konstantinopel im Jahr 381 gefundenen so genannten »neunizänischen« Konsens zur Trinitätstheologie, der bis heute alle christlichen Konfessionen vereint,

b) die staatliche Gesetzgebung, die alle »Nicht-Nizäner« damals in die Illegalität versetzt hat, und

c) die Fortsetzung der Diskussionen um die Gotteslehre in den gentilen Nachfolgereichen, wo die theologische Wende zum »Neunizänismus« von den herrschenden Schichten nicht mitgetragen und aufgrund des entstandenen konfessionellen Dualismus zur mehrheitlich katholischen Romanitas weiter um das korrekte theologische Bekenntnis gestritten wurde. Neuere Forschungen zur »Völkerwanderungszeit«, vor allem zu den Prozessen der »Ethnogenese« und »Reichsbildung« der gentilen Nachfolgereiche, erfordern dringend, dass die Kirchengeschichte in das interdisziplinäre Gespräch eintritt. Es gilt, die strukturelle und inhaltliche Relevanz dieses konfessionellen Dualismus aufzuarbeiten und sich mit der Bedeutung der Religion bzw. Konfession in diesen Prozessen auseinanderzusetzen. Die letzten Texte aus dem Ausgang des sechsten Jahrhunderts werden die Konversion des Herrschers der Westgoten in Spanien, Rekkared, dokumentieren und das Symbolum Quicumque präsentieren. Erst mit diesen Dokumenten kommt der so genannte »arianische Streit« zu einem eigentlichen Ende.

Zuletzt geändert: 2015-05-04 Mo 18:49 von annette.von.stockhausen@fau.de

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